Nippelzipp18 yrsIn dieser Interviewreihe spreche ich mit Menschen, die Führung nicht erklären, sondern leben. Der heutige Gesprächspartner ist ein erfahrener Dominus aus dem RM-Gebiet, der bewusst auf die Nennung seines Namens verzichtet. Nicht aus Distanz, sondern aus Haltung: Der Inhalt steht über der Person.
Das folgende Gespräch entstand aus Respekt, gegenseitiger Klarheit und der Bereitschaft, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Die Antworten sind streng, direkt und ohne Beschönigung – so, wie Führung verstanden werden will.
Ich danke dem Dominus für seine Offenheit und die Zeit, die er diesem Interview widmet.
Die Gespräche werden hier laufend fortgesetzt und auch andere Master, Sirs und Herren kommen zu Wort.
(„###“ am Anfang → Keine Antworten erwünscht.
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Nippelzipp18 yrsWarum es für devote Submissive so schwer ist, einen Dominus zu gewinnen
Dominus, viele devote Submissive berichten, dass sie große Schwierigkeiten haben, einen passenden Dominus für sich zu finden. Warum ist das aus Ihrer Sicht so?
Dominus:
Weil viele Devote glauben, dass ihr Wunsch allein ausreicht. Ein Dominus wird nicht durch Bedürftigkeit angezogen, sondern durch Substanz. Wer geführt werden will, muss etwas mitbringen, das Führung wert ist: Selbstreflexion, Stabilität, Geduld. Ein Dominus sucht keine Leere, die gefüllt werden muss, sondern ein Gegenüber, das sich bewusst hingibt. Das verstehen viele zu spät.
Nippelzipp18 yrsWürden Sie sagen, dass Submissive oft falsche Erwartungen an einen Dominus haben?
Dominus:
Nicht oft. Fast immer. Viele erwarten Aufmerksamkeit, Nähe und Führung, ohne zu begreifen, dass diese Dinge erarbeitet werden. Ein Dominus ist kein Dienstleister für Sehnsucht. Er prüft, beobachtet und entscheidet. Wer erwartet, sofort gesehen oder gewählt zu werden, zeigt damit vor allem Ungeduld – und Ungeduld ist kein Zeichen von Reife.
Nippelzipp18 yrsWelche Rolle spielt Selbstkenntnis auf Seiten der Submissiven?
Dominus:
Eine entscheidende. Wer sich selbst nicht kennt, kann sich nicht hingeben. Viele nennen sich devot, ohne zu wissen, was sie tragen können, wo ihre Grenzen liegen oder was sie langfristig wollen. Ein Dominus übernimmt Verantwortung. Diese Verantwortung kann ich nur tragen, wenn mein Gegenüber sich selbst ernst nimmt. Unklarheit ist keine Einladung, sondern ein Warnsignal.
Nippelzipp18 yrsViele Submissive bemühen sich stark, zu gefallen. Ist das hilfreich?
Dominus:
Gefallenwollen ist keine Hingabe, sondern Anpassung. Es wirkt instabil. Ein Dominus sucht keine Maske, sondern Haltung. Wer sich verbiegt, um gewählt zu werden, wird sich auch verbiegen, um Konflikten auszuweichen. Das ist keine Basis für Führung. Echtheit wiegt schwerer als Eifer.
Nippelzipp18 yrsSpielt Geduld eine besondere Rolle im Machtgefälle?
Dominus:
Geduld ist Grundvoraussetzung. Führung entsteht nicht unter Druck. Ein Dominus entscheidet in seinem Tempo, nicht im Tempo der Sehnsucht eines anderen. Wer nicht warten kann, zeigt, dass er mehr nehmen als geben will. Das ist das Gegenteil von Devotion.
Nippelzipp18 yrsWas sind aus Ihrer Sicht häufige Fehler, die Submissive machen, wenn sie einen Dominus ansprechen?
Dominus:
Sie erklären zu viel und zeigen zu wenig. Lange Texte, große Gefühle, schnelle Bindungswünsche. Was fehlt, ist ruhige Präsenz. Ein Dominus achtet darauf, wie jemand Grenzen respektiert, wie klar er kommuniziert, wie stabil er bleibt, wenn keine sofortige Rückmeldung kommt. Worte beeindrucken selten. Verhalten immer.
Nippelzipp18 yrsWie wichtig ist Eigenverantwortung für devote Menschen?
Dominus:
Unverzichtbar. Devotion bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben, sondern sie bewusst zu tragen, bis sie übergeben wird. Wer sein Leben nicht selbst ordnen kann, ist nicht bereit, sich führen zu lassen. Ein Dominus ergänzt Struktur – er ersetzt sie nicht.
Nippelzipp18 yrsViele Submissive empfinden Zurückhaltung oder Distanz von dominanter Seite als Ablehnung. Was sagen Sie dazu?
Dominus:
Distanz ist kein Desinteresse. Sie ist Prüfung. Ein Dominus beobachtet, wie jemand mit Unsicherheit umgeht. Wer Distanz nicht aushält, sucht Bestätigung, nicht Führung. Ein gefestigter Submissiver bleibt ruhig, aufmerksam und respektvoll – auch ohne ständige Rückversicherung.